Dienstag, 8. Juli 2008, (Sächsische Zeitung)

Auch ein Kreuzritter findet den Weg nach Arnsdorf

Von Cornelia Jung

Hinter der alten Pfarrhofsmauer steigen Riesenblasen in die Luft. Aus Seife sind diese und Kinder pusten mit ihren Eltern um die Wette, damit die schillernde Pracht in den Himmel fliegt. Am nur wenige Meter entfernten Teich schlängelt sich ein roter Faden auf Sandboden. Die Fadenstrecke laufen Mädchen und Jungen in Schritten ab, um herauszufinden, wie viele Meter Schnur ausgelegt wurden. Andere Kinder sind am Knobeln. Wie heißt die Spinne mit dem markanten weißen Zeichen auf dem Rücken oder das Kreuz am Bahnübergang?

Die Herkunft der Kreuze

Die Spiele finden im Rahmen des 12. Pfarrhoffestes am Sonntagnachmittag statt. Nach einem Gottesdienst unter dem Motto „Gekreuztes gibt Halt“ treffen sich die Besucher im Pfarrhof. Zuvor erlebten sie in der evangelischen Sankt Katharinen-Kirche einen ganz besonderen Gottesdienst. Es wurde nicht nur gepredigt und gemeinsam gesungen, sondern auch ein „echter“ Kreuzritter im kiloschweren Kettenhemd tauchte auf. In diese Rolle schlüpfte Winfried Neuer aus Reichenbach, der den Besuchern erzählte, was es mit den Kreuzrittern im Mittelalter auf sich hatte. Bildlich informiert wurde außerdem über die Herkunft des Andreas- und der anderen Kreuze sowie deren geschichtliche Hintergründe. Kaffee, selbst gebackene Torten und Puppenspiel für die Jüngsten rundeten den Nachmittag ab.

Am Tag zuvor bereits hatte sich die kleine Kirchgemeinde mächtig für die Veranstaltung unter dem Slogan „Alle Wege führen nach Rom – und Arnsdorf“ ins Zeug gelegt. Rund 250 Besucher kamen. Der Titel ist ein kleines Wortspiel und bezog sich auf die extra aus Rom angereiste Musikgruppe „de Roma nostra“, die mit Akkordeon, Gitarrenklängen und Gesang dem Publikum einheizte. Eine himmlische Lichterkette als Aktion zum fünfjährigen Jubiläum des Ökumenischen Pilgerweges brachte den Zilsberg zu später Stunde zum Leuchten. Der Weg mit der Jakobsmuschel führt auch durch die Gemeinde. In der Scheune des Pfarrhofes ist ein Pilgerquartier eingerichtet. Bei im Vorjahr gezählten 350 Übernachtungen wird der Platz jedoch mittlerweile eng. Die Pilgerzahlen steigen ständig, heißt es von Seiten der Kirchgemeinde. Deshalb entsteht jetzt ein weiteres Pilgerzimmer in Arnsdorf, für das auch bei der Kollekte nach dem Gottesdienst Geld gesammelt wurde. Zum Pfarrhoffest konnten Neugierige schon einmal einen Blick hinter die noch unsanierten Kulissen der künftigen Herberge werfen.

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